Was steckt hinter Muslimfeindlichkeit? Mit Zivilcourage gegen Vorurteile und Ausgrenzung

Einführung

Sachinformation und didaktische Perspektive

An vielen Schulen in Europa gibt es muslimische Schülerinnen und Schüler mit oder ohne Migrationsgeschichte. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Musliminnen und Muslime aufgrund ihrer Religion diskriminiert und ausgegrenzt werden. Dieses Unterrichtsmodul behandelt Fragen zu Muslimfeindlichkeit als Beispiel für eine Form der Diskriminierung und Zivilcourage als Möglichkeit, auf Diskriminierungen zu reagieren.

In der ersten und zweiten Unterrichtsstunde werden Mechanismen von Diskriminierung erarbeitet und unterschiedliche Formen dargestellt. Ein Rollenspiel verdeutlicht, welche Perspektiven und Erfahrungshorizonte von Diskriminierung es gibt. Im Anschluss setzen sich die Schülerinnen und Schüler damit auseinander, was Muslimfeindlichkeit ist.

Die dritte Unterrichtsstunde ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Diskriminierung gegen Musliminnen und Muslime und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf, mit denen gegen Muslimfeindlichkeit vorgegangen werden kann.

Erwartete Kompetenzen

Kompetenzen
Wie Diskriminierung funktioniert und welchen Einfluss sie auf Menschen hat; sich in die Perspektive von jemand anderem hineinversetzen und diese teilen (Mehrperspektivität); eine Einstellung zu politischen und sozialen Angelegenheiten entwickeln und über diese reflektieren; gewaltfreie Lösung von Interessenskonflikten; Handlungsmöglichkeiten für den Kampf gegen Diskriminierung beschreiben; offene und gewaltfreie Konfliktlösung und anderen und ihren Weltsichten mit Respekt begegnen
Lehrplanbezug
Mensch und Gemeinschaft: Akzeptanz der Verschiedenheit; Ächtung menschenverachtender Einstellungen und Handlungen in der Gesellschaft; Toleranz; Forderung des couragierten Einstehens für die eigene Position; Erkennen der Subjektivität von Gefühlen und Perspektiven; Pluralismus und demokratisches Handeln, Zivilcourage, Problemlagen der Diskriminierung
  • Play
  • Empfohlenes Alter
    13-16
  • Zeitrahmen
    4 x 45 Min.
  • Benötigte Materialien
    Smartphones/Computer mit Internetzugang für die Schülerinnen und Schüler; Computer mit Internetzugang und Projektor;
  • Beschreibung
    Dieses Unterrichtsmodul behandelt Fragen zu Muslimfeindlichkeit als Beispiel für eine Form der Diskriminierung und Zivilcourage als Möglichkeit, auf Diskriminierungen zu reagieren.
  • Fach / Themenfeld
    Sozialkunde/Gesellschaftslehre

Ablaufplan

Abbreviations:

  • A = Aktivität
  • D = Diskussion
  • GA = Gruppenarbeit
  • HA = Hausaufgabe
  • PA = Partnerarbeit
  • VL = Vorbereitung (Lehrkraft)
  • = Schüleräußerungen
  • SP = Schülerpräsentation
  • LV = Lehrervortrag

Download

Phase Inhalt Sozialform Medien, Material

Rollenspiel
(15 Min.)

Lernziele
  • Die Schülerinnen und Schüler erkennen verschiedene Formen der Diskriminierung und setzen sich mit unterschiedlichen Identitätsmerkmalen und ihrer Wirkung auf die gesellschaftliche Mobilität auseinander.
  • Die Schülerinnen und Schüler sensibilisieren sich für ungleiche Chancenverteilung in der Gesellschaft und versetzen sich in die Situation von Minderheiten.
  • Die Schülerinnen und Schüler üben Empathie für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, und reflektieren die eigene Position in der Gesellschaft.
Vorbereitung
  • Für die Durchführung der Methode „Ein Schritt nach vorn“ wird ein großer Raum benötigt, damit sich alle Schülerinnen und Schüler in einer Reihe aufstellen können und die Möglichkeit haben, einige Schritte nach vorne zu gehen.
  • Es empfiehlt sich, mehr Zeit in die Auswertung zu investieren, da diese Übung eigene erlebte Diskriminierungserfahrungen ins Gedächtnis rufen kann. Im Idealfall steht eine Doppelstunde zur Verfügung, sodass die Auswertung ohne Zeitdruck geschieht und dennoch nicht zu Lasten der Anschlussübung stattfindet. Die zweite Übung ist wichtig, um die Schülerinnen und Schüler auf Gemeinsamkeiten aufmerksam zu machen, anstatt die Konzentration auf Differenzen zu belassen.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen die Fragen nach ihren individuellen und subjektiven Einschätzungen beantworten. Es geht darum, sich in eine Person hineinzufühlen, die nicht die Dominanzkultur der Gesellschaft repräsentiert. Sie sollen ein Gespür für die Ungleichheit als Ursache von Diskriminierung und Ausgrenzung bekommen.
Einstieg
  • Schritt 1 Die Lehrkraft kündigt die Übung „Ein Schritt nach vorn“ an und verteilt sieben verschiedene Rollenkarten zu Personen, die aufgrund ihrer Eigenschaften diskriminiert werden. Je nach Gruppengröße bekommen mehrere Schülerinnen und Schüler die gleiche Rollenkarte.
  • Schritt 2 Sie bittet die Schülerinnen und Schüler, sich ihre Karte anzusehen und die Rolle nicht zu verraten. Sie sollen einzeln überlegen, welche Handlungsmöglichkeiten sie in ihrer Rolle haben.
    • Die Lehrkraft kann beispielsweise fragen: Was dürft ihr tun? Was dürft ihr nicht tun?
  • Schritt 3 Die Schülerinnen und Schüler stellen sich in einer Reihe auf.
  • Schritt 4 Die Lehrkraft stellt sieben Fragen (siehe Material 2). Können die Schülerinnen und Schüler die Fragen mit ja beantworten, gehen sie einen Schritt vor, wenn nicht (auch bei Unsicherheiten), bleiben sie stehen.
Wichtig ist hier, die Schülerinnen und Schüler darauf hinzuweisen, dass es bei der Beantwortung der Fragen um eine subjektive Einschätzung geht und dass während der Übung nicht gesprochen werden soll.
  • LV
  • A
M1
Rollenkarten zur Übung „Ein Schritt nach vorn“
M2
Fragen zur Übung „Ein Schritt nach vorn“ zur Übung „Ein Schritt nach vorn“

Diskussion
(10 Min.)

  • Schritt 1 Die Schülerinnen und Schüler stehen entsprechend ihrer Rolle im Raum. Manche weiter vorne, andere weiter hinten. In der ersten Auswertung fordert die Lehrkraft sie dazu auf, ihre eigene Position zu reflektieren.
  • Schritt 2 Einzelne Schülerinnen und Schüler, sowohl vorne, hinten als auch mitten im Raum stehende, sollen sich zu folgenden Fragen äußern:
    • Wie hast du dich in deiner Rolle gefühlt?
    • Wie ist es, so weit vorne/hinten/mittig zu stehen?
    • Wann haben diejenigen, die schnell vorwärts kamen, festgestellt, dass andere zurückblieben?
    • Wann haben diejenigen, die zurückgeblieben sind gemerkt, dass andere schneller vorwärts kamen?
    • Wie haben sich diejenigen, die zurückgeblieben sind, gefühlt, während andere vorwärts kamen?
    • Was würden sie gerne denjenigen sagen, die weiter vorne stehen?
  • Schritt 3 Im Anschluss stellen sich die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen gegenseitig vor.
  • Schritt 4 Die Lehrkraft vermittelt den Schülerinnen und Schüler, dass die Zurückgebliebenen oft schnell realisieren, dass sie weniger Chancen haben, während die Schnelleren häufig erst zum Schluss mitbekommen, dass andere nicht so schnell vorwärts kamen wie sie.
  • D

Rollenausstieg
(10 Min.)

  • Schritt 1 Die Lehrkraft bittet die Schülerinnen und Schüler einen Sitzkreis zu bilden, ein Sitz fehlt. Sie erklärt die Übung „Der Wind weht für alle, die …“ und führt diese mit den Schülerinnen und Schüler durch.
  • Schritt 2 Eine Schülerin oder ein Schüler steht in der Mitte und überlegt sich eine Sache, die möglichst viele Schülerinnen und Schüler mit ihr oder ihm gemeinsam haben. Dies können der Geburtsort, Klamotten, Religion, Geschwister usw. sein. Diese Sache fügt er oder sie der Aussage: „Der Wind weht für alle, die…“ hinzu.
  • Schritt 3 Nun müssen all diejenigen aufstehen und sich einen neuen Platz suchen, auf die das zutrifft. Die in der Mitte stehende Person versucht gleichzeitig, sich ebenfalls auf einen frei werdenden Platz zu setzen. Wer keinen freien Platz mehr findet, setzt das Spiel in der Mitte stehend fort.
  • Schritt 4 Sagt die- oder derjenige in der Mitte: „Obstsalat“, so müssen sich alle einen neuen Platz suchen.
  • A

Diskussion
(10 Min.)

  • Die Schülerinnen und Schüler bleiben in dem Sitzkreis. Die Lehrkraft bespricht nun folgende Fragen:
    • Wie war die Übung für euch?
    • Konntet ihr euch in die Lebenssituation eurer Rolle reinversetzen?
    • War es leicht/schwer zu entscheiden, ob man einen Schritt nach vorne machen kann? Warum? Welche Entscheidungen sind euch besonders schwer gefallen?
    • Welche Fragen sind euch besonders im Gedächtnis geblieben?
  • D
Zusatzmaterial
  • Whiteboard
Phase Inhalt Sozialform Medien, Material

Einführung
(10 Min.)

Lernziele
  • Die Schülerinnen und Schüler schließen an die Übung zu Diskriminierung aus der ersten Stunde an und erlangen Wissen über Funktionsweisen von Muslimfeindlichkeit.
  • Sie setzen sich mit der aktuellen Situation in Europa auseinander und lernen verschiedene Dimensionen von Muslimfeindlichkeit kennen.
Vorbereitung
  • Die Lehrkraft bereitet sich auf der Grundlage der Hintergrundinformationen zu Muslim-/Islamfeindlichkeit (Material 3) für einen Kurzvortrag vor.
Einstieg
  • Schritt 1 Die Lehrkraft erläutert, dass zu den Gruppen, die in Europa diskriminiert werden, auch Musliminnen und Muslime gehören. Sie fragt die Schülerinnen und Schüler, was sie unter Muslimfeindlichkeit verstehen und hält zentrale Thesen an der Pinnwand/Tafel fest.
  • Schritt 2 Impulse:
    • Was verbindet ihr mit Muslimfeindlichkeit?
    • Wer ist eigentlich „Muslim“?
    • Wer genau wird hier ausgegrenzt?
  • Schritt 3 Erwartungshorizont:
    • Muslimfeindlichkeit richtet sich gegen Musliminnen und Muslime oder als solche wahrgenommene Menschen, die – unabhängig von ihrer tatsächlichen Religionszugehörigkeit oder Religiosität – als dem Islam zugehörig markiert und abgewertet werden. Muslim- bzw. Islamfeindlichkeit stellt daher auch eine Form von Rassismus dar.
    • Kritik am Islam muss erlaubt sein. Doch sie darf nicht zu Pauschalisierungen führen. DEN Islam und DIE Musliminnen und Muslime gibt es nicht.
  • D
Zusatzmaterial
  • Tafel oder Pinnwand

Vertiefung
(10 Min.)

  • Schritt 1 Die Lehrkraft kündigt einen Kurzvortrag zu Muslim-/Islamfeindlichkeit an (auf der Grundlage von den Hintergrundinformationen zu Muslim-/Islamfeindlichkeit, Material 3). Die Schülerinnen und Schüler machen sich Notizen:
    • Werden weitere Aspekte zu Muslimfeindlichkeit genannt?
    • Welche Beispiele von Muslimfeindlichkeit gibt es?
  • Schritt 2 Die Lehrkraft klärt anschließend Verständnisfragen zu einzelnen Begriffen.
  • Schritt 3 Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Notizen. Die Lehrkraft ergänzt die Thesen an der Tafel oder der Pinnwand.
  • LV
  • A
  • SP
M3
Hintergrundinformationen „Muslim-/Islamfeindlichkeit“ (Hintergrundinformationen für die Lehrkraft)
Zusatzmaterial
  • Tafel oder Pinnwand

Vertiefung
(15 Min.)

  • Schritt 1 Die Lehrkraft fragt, was die Schülerinnen und Schüler über Fake News wissen und klärt Verständnisfragen.
  • Schritt 2 Erwartungshorizont:
    • Fake News (übersetzt: gefälschte Nachrichten) sind Falschmeldungen, die den Eindruck erwecken, als seien sie echte Nachrichten. Sie werden eingesetzt, um Lügen und Propaganda über gesellschaftliche Gruppen zu verbreiten und politische Meinungen zu beeinflussen. Dabei werden reißerische Schlagzeilen, gefälschte Bilder und falsche Behauptungen vor allem über die sozialen Medien im Internet verbreitet.
  • Schritt 3 Die Lehrkraft erklärt, dass sich feindliche Haltungen gegenüber Musliminnen und Muslimen auch über Fake News im Internet verbreiten.
  • Schritt 4 Sie verteilt das Arbeitsblatt (Material 5) und zeigt das Aufklärungs-Video „Fact checking“ eines schwedischen Vereins und einer Stiftung:
  • Schritt 5 Die Lehrkraft klärt Verständnisfragen.
  • Schritt 6 Die Schülerinnen und Schüler sehen das Video ein zweites Mal.
  • Schritt 7 Anschließend bearbeiten sie das Arbeitsblatt in Partnerarbeit.
  • LV
  • A
  • PA
M4
Video „Fact checking online“
M5
Arbeitsblatt „Fact checking online“

Transfer und Ergebnissicherung
(15 Min.)

  • Schritt 1 Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Ergebnisse der Gruppenarbeit.
  • Schritt 2 Die Lehrkraft systematisiert und ergänzt Merkmale, woran man Falschmeldungen erkennt, und visualisiert diese an der Tafel.

Erwartungshorizont:

Beispiele: gleiches Foto mit verschiedenen Beiträgen, unbekannte Quelle/Autorin oder Autor, keine Information auf Nachrichtenseiten oder bei der Polizei auffindbar, Foto sonst nicht im Internet auffindbar

  • „Was kann ich tun?“

Gemeinsam werden Handlungsstrategien erarbeitet. Die Lehrkraft sichert die Ergebnisse an der Tafel/Pinnwand.

Erwartungshorizont:
  • Widersprechen (z. B. als Kommentar)
  • Tools kennen (z. B. Überschriften über die Suchmaschine vergleichen)
  • Quellen einschätzen
  • Bilder prüfen
  • Schlaumachen (z. B. Internetrecherche)
  • Hassreden melden, z. B. bei Facebook
  • SP
Phase Inhalt Sozialform Medien, Material

Einführung
(5 Min.)

Lernziele
  • Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit individueller Diskriminierung von Musliminnen und Muslimen im Alltag auseinander und erkennen Formen der Diskriminierung.
  • Sie setzen sich mit Zivilcourage und möglichen Handlungsoptionen in Situationen von Diskriminierung auseinander und reflektieren die eigene Position.
Vorbereitung
  • Die Lehrkraft hält die Dialoge für das Rollenspiel „Zeit für Helden - ‚Bäckerei‘“ (Material 6) in ausreichender Zahl bereit.
  • Tafel oder Pinnwand mit Moderationskarten, ein Tisch und ein Tuch als Requisiten für das Rollenspiel stehen zur Verfügung.
Einstieg
  • Schritt 1 Die Lehrkraft fragt die Schülerinnen und Schüler, was sie mit Zivilcourage verbinden und ergänzt die Begriffsklärung: „Zivil“ stammt von dem lateinischen Wort „civis“ ab und heißt „Bürgerin“ oder „Bürger“. „Courage“ ist französisch. Es bedeutet „Mut“ oder „Beherztheit“.
  • Schritt 2 Die Lehrkraft erläutert die Aufgabe:
    • Die Schülerinnen und Schüler werden in drei Gruppen eingeteilt und bereiten ein Rollenspiel vor, das vor der Klasse vorgetragen werden soll. Jede Gruppe bestimmt vier Personen, die die Rollen vorspielen. Das Rollenspiel handelt von einer Situation, in der eine Person aufgrund einer (vermuteten) Zugehörigkeit zum Islam diskriminiert wird. Nachdem die drei verschiedenen Szenen vorgetragen wurden arbeiten die Schülerinnen und Schüler in Einzelarbeit einen Fragebogen ab.
  • Schritt 3 Die Lehrkraft verteilt die verschiedenen Dialoge und informiert die Schülerinnen und Schüler darüber, wie viel Zeit ihnen zur Vorbereitung zur Verfügung steht.
  • Schritt 4 Die Lehrkraft sollte bei der Vergabe der Rollen unbedingt darauf achten, dass muslimische Schülerinnen und Schüler nicht die Rolle der muslimischen Kundin übernehmen.
  • GA
M6
Rollenspiel „Zeit für Helden – Bäckerei“

Vertiefung
(10 Min.)

  • Schritt 1 Jede Gruppe erhält Karten mit dem Text des jeweiligen Dialogs. Die Karten dürfen während des Vortragens verwendet und der Text muss nicht auswendig gelernt werden.
  • Schritt 2 Die Gruppen sehen sich den Dialog an, bestimmen die Vortragenden und verteilen die Rollen.
  • Schritt 3 Die Lehrkraft überblickt die Rollenverteilung und regt ggf. Schülerinnen und Schüler an eine Rolle zu übernehmen, die sie im Alltag nicht bekleiden.
  • Schritt 4 Die Gruppen diskutieren wie die Rollen vorgetragen werden sollen.
  • Schritt 5 Während die einzelnen Gruppen sich vorbereiten, rückt die Lehrkraft einen Tisch oder ein ähnliches Requisit zurecht, das für das Rollenspiel als Verkaufstresen dient.
  • GA
M6
Rollenspiel „Zeit für Helden – Bäckerei“
Zusatzmaterial
  • Requisiten für das Rollenspiel

Vertiefung
(10 Min.)

  • Die Gruppen tragen ihren jeweiligen Dialog nacheinander vor. Zwischen den Aufführungen der einzelnen Gruppen werden keine Diskussionen geführt.
  • SP

Reflexion und Ergebnissicherung
(10 Min.)

  • Schritt 1 Nach dem Rollenspiel fängt die Lehrkraft mit Hilfe von Moderationskarten ein kurzes Stimmungsbild der Klasse ein.
  • Schritt 2 Impulse:
    • Wie findet ihr das?
    • Was geht euch durch den Kopf, nachdem ihr die Szenen gesehen habt?
  • Schritt 3 Die Lehrkraft verteilt das Arbeitsblatt (Material 7) für die Einzelarbeit. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten die Fragen ab. Ggf. führen sie eine kleine Online-Recherche durch.
M7
Aktivität „Zeit für Helden – Bäckerei“
Zusatzmaterial
  • Tafel oder Pinnwand
  • Requisiten für das Rollenspiel

Diskussion
(10 Min.)

  • Schritt 1 Einzelne Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Ergebnisse, andere ergänzen. Die Fragen werden in der Klasse durchgegangen und ausgewertet.
  • Schritt 2 Impulse:
    • Wie findet ihr es, wenn ihr von einer Frau mit Kopftuch bedient werdet?
    • Seid ihr schon mal diskriminiert worden?
    • Habt ihr schon mal diskriminiert?
    • Habt ihr schon mal eine ähnliche Situation erlebt?
    • Wenn ja, was habt ihr gedacht und wie habt ihr reagiert?
    • Ist es erlaubt, die Bedienung einer Muslima oder eines Muslims abzulehnen?
Die Lehrkraft sollte unbedingt auf Freiwilligkeit bei der Wiedergabe von Diskriminierungserfahrungen achten. Es sollte keine Hierarchisierung zwischen verschiedenen Arten von Diskriminierung vorgenommen werden.

Ergebnishorizont: (Rechtliche Dimension)

EU: Es gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz bzw. das Diskriminierungsverbot, welches zwischen 2000-2006 in vier Rahmenrichtlinien festgelegt wurde, u. a. in der Antirassismusrichtlinie (Race Equality Directive).

Deutschland: Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) lässt ungleiche Behandlungen auch bei Alltagsgeschäften, sog. Massengeschäften, nicht zu.

  • SP
  • D